Talente spielen Wiener Walzer - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Talente spielen Wiener Walzer

Neue Westfälische

Von Christi Rick

Konzert 3 | 10.02.2019

Hörenswert: Das Junge Sinfonieorchester OWL huldigt einer ganz bestimmten Musik. Star des Abends ist die junge Ony Jan

Paderborn. Jugend musiziert - und wie sie musiziert! Davon konnten sich Besucher, welche die Paderhalle fast restlos füllten, jetzt überzeugen, denn die Philharmonische Gesellschaft hatte das Junge Sinfonieorchester OWL eingeladen, die allesamt aus dem vorgenannten Wettbewerb hervorgegangen sind.

Und welch eine Freude, dass sich junge Musiker so engagiert mit Klassik befassen. Gestartet wurde mit Johann Strauss und seiner Ouvertüre zu „Waldmeister“ - nach kraftvollem Beginn huldigt man der Wiener Walzerseligkeit - ein Heimspiel für den Wiener Dirigenten Gregor Rot, der den kompakten Apparat mühelos im Griff hat und die Akteure im weiteren Verlauf mit genau gesetzten Impulsen hilfreich beflügelt. Highlight Nummer eins ist das einzige Klavierkonzert a-Moll von Edvard Grieg, das alle Elemente nordischer Folklore versammelt.

Das Kopfthema in straffen Akkorden verrät Nähe zu Schumann, eingebettet in Klavier-Arpeggien das nordische Kolorit.

Star des Abends ist die junge, zartgliedrige Ony Jan, die sowohl die kraftvollen Oktaven als auch die perlenden Läufe virtuos und souverän gestaltet und mit, dem aufmerksam agierenden Orchester eine perfekte Symbiose eingeht. Das Adagio-Thema erinnert an Dvoraks „Neue Welt“ - der dritte Satz hofiert in schwungvollem Vortrag pulsierenden Rhythmus bis zu gesteigertem finalem Pathos. Ein feines Hornquartett - Sonderlob der Solistin - und feine Abstimmungen in den Streichergruppen korrespondieren mit kraftvollen, aber niemals angestrengten Blechbläsern und ernten dafür verdienten Applaus.

Hört sich gut an: Gregor Rot (l.) dirigiert die Jungen Sinfoniker durch ein ausgesuchtes Repertoire.

Nach der Pause haben sich die jungen Musiker die selten gespielte Sinfonie Nr. 2 in h-Moll von Alexander Borodin ausgesucht, die sofort tiefe Einblicke in russisches Wesen und die weite Landschaft vermittelt. Fette Unisono-Themen der tiefen Streicher wechseln mit freundlichen, im Volksliedton angelegten Passagen der perfekt präparierten Holzbläser. Viel tänzerischer Schwung wechselt mit prägnanten Akzentverschiebungen - der Leiter führt allezeit aufmerksam die einzelnen Gruppen durch die wechselnden Stimmungen von ausgelassener Heiterkeit bis zu friedvolleren Motiven und große ausladende Klanggesten verstärken den hervorragenden Gesamteindruck, der die Zuhörer zu Bravorufen und Applaus mit Händen und, Füßen animiert.

Als Dank erklingt dann wiederum ein Walzer. Diesmal von Aram Chatscharturjan aus seiner Orchestersuite „Maskerade“- die Blechfraktion wiegt sich im Dreiertakt und die ansteckende Musizierfreude springt über, das Publikum ist begeistert - bravo!

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