Schäumende Klangwelten - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Schäumende Klangwelten

Westfälisches Volksblatt

Von Andrea Auffenberg

Konzert 6 | 11.06.2017

Ensemble Schirokko erfreut mit Barockmusik zum Thema Wasser

Paderborn (WV). Vivaldi, Telemann und Händel – ein gewohnter barocker Konzertabend? Mitnichten. Das erfrischend historisch-transparent aufspielende Ensemble Schirokko aus Hamburg nahm die Zuhörer bei bester Unterhaltung mit auf eine abwechslungsreiche Reise rund um das Wasser in Fluss und Meer.

Das Barockorchester, Rachel Harris sowie Dirigent Thomas Berning zeigten am Sonntag in der Kirche St. Kilian, wie vielfältig und differenziert gearbeitet die Kompositionen dieser Zeit sind und bewiesen damit ihre fruchtbare Zusammenarbeit beim Abschlusskonzert der Philharmonischen Gesellschaft Paderborn.

Bei Antonio Vivaldis »La Tempesta di Mare« beschworen die Musikerinnen und Musiker schäumende Wellen, peitschende Winde und Regengüsse herauf. Mutig stemmten sich zuletzt die Seeleute, verkörpert durch die Bläser, gegen die Kraft der Streicher.

Georg Philipp Telemanns »Wassermusik« (Hamburger Ebb’ und Fluth) gelingt es, in der Phantasie der Zuhörer das Wasser von draußen nach drinnen zu holen – so wie bei Vivaldis Werk. 1723 für ein Festmahl der Hamburger »Admiralität« komponiert, wurde ein suggestives Bild von Ebbe und Flut klangmalerisch umgesetzt: mit lang gezogenen Oboentönen und matt punktierten Rhythmen der Streicher. So wurden die Ohren der Hörer mit Aufmerksamkeit für Phrasierung und Klang, aber auch mit Elan und Brillanz verwöhnt.

Dies setzte sich dann mit Georg Friedrich Händels Suite Nr. 1 in F-Dur aus der »Wassermusik« fort. Mit flottem, aber auch raffiniertem Spiel interpretierte das Ensemble Schirokko diese berühmte Komposition: trocken hallenden und tremolierenden Hörnern standen schwungvolle Streicher sowie markante Holzbläser gegenüber. Diese eingängige, oft gehörte Musik klang dabei besonders frisch und unverbraucht.

Die inhaltlich logische und stringente Programmgestaltung, mit drei Werken die vielfältigen Formen sowie unterschiedlichen Farbschattierungen in Kompositionen zu beleuchten, bildete einen perfekten Rahmen für das exzellente Spiel des Hamburger Barockorchesters. Wobei Thomas Berning am Pult des historisch-informierten Klangkörpers mit Gefühl und Versiertheit überzeugte.

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