Orchester und Solist brillieren - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Orchester und Solist brillieren

Westfälisches Volksblatt

Von Hermann Knaup

Konzert 3 | 19.01.2020

Konzert der Philharmonischen Gesellschaft setzt auf Werke in B-Dur

Paderborn (WV). Es war ein glanzvolles Konzert in heiteren B-Dur-Klängen, bei dem Simon Staub mit Mozarts letztem Klavierkonzert brillierte. Erwartungsgemäß fand das 3. Konzert der Philharmonischen Gesellschaft Paderborn in der Kaiserpfalz unter Leitung von Thomas Berning am Sonntag großes Interesse bei den Freunden klassischer Musik.

Bewusst hatten die Veranstalter drei bekannte und bedeutende Werke ausgesucht, denen die Grundtonart B-Dur gemeinsam ist, die zugleich auch in ihrem musikalischen Gesamtcharakter eine überwiegend heitere Grundstimmung aufweisen. In der Musikwissenschaft mag die Vorstellung von einer Tonarten-Charakteristik als eher spekulativ umstritten sein, dennoch haben zahlreiche Musikologen eine solche ausführlich beschrieben. Beethoven hat eine Tonarten-Ästhetik in seinen Werken immerhin als selbstverständlich vorausgesetzt.

Mit Joseph Haydns B-Dur-Sinfonie Nr. 85 „La Reine“ (1786) eröffnete das Orchester den Konzertabend. Dirigent Thomas Berning legte Wert auf eine dezent wohltuende, galante Interpretation und vermied somit jegliche, überzogene Fulminanz. Dadurch konnte das Orchester die thematischen und dynamischen Entwicklungen dieser feinsinnigen Sinfonie sehr transparent und differenzierend musizieren.


Simon Staub freute sich über den Beifall des Publikums.

Mozarts B-Dur-Klavierkonzert Nr. 25 KV 595 (1791) entwickelte sich anschließend zu einem der Höhepunkte des Konzertes. Der erst 19 Jahre alte Paderborner Pianist Simon Staub beeindruckte zutiefst mit seinem sensiblen Spiel. Für einen jungen Solisten stellt dieses Werk einen enormen Anspruch dar, der über die spieltechnische Fertigkeit hinaus zugleich eine tiefgründige Musikalität einfordert. In bewundernswerter Weise meisterte Simon Staub diese Aufgabe, wofür er lang anhaltenden Applaus erhielt. Als Zugabe spielte er, zur Faszination des Publikums, die virtuose Konzert-Etude op. 111,6 „Toccata d’après le final de 5e concert“ von Camille Saint-Saëns.

 

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