Hoch talentierter Nachwuchs - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Hoch talentierter Nachwuchs

Westfälisches Volksblatt

Von Juliane Fröhling

Konzert 3 | 10.02.2019

»Junge Sinfoniker« beeindrucken beim Konzert in der Paderhalle

Paderborn (WV). Auf Einladung der Philharmonischen Gesellschaft Paderborn gastierten die »Jungen Sinfoniker OWL« am Sonntagabend wieder in der Paderhalle. Der Musikernachwuchs zeigte eine bravouröse Leistung.

Die jungen Instrumentalisten verbindet eine große Leidenschaft: das Musizieren. Deswegen treffen sie sich um den Jahreswechsel herum zu einer intensiven Probenphase, um anschließend einen Konzertmarathon mit anspruchsvollen Stücken auf die Beine zu stellen. Die »Jungen Sinfoniker« sind ein Regionalorchester mit begabten und engagierten Jugendlichen aus Ostwestfalen-Lippe. Jetzt haben sie auf Einladung der Philharmonischen Gesellschaft wieder Station in Paderborn gemacht.

Unter der Leitung des Bielefelder Dirigenten Gregor Rot ist ein professioneller Konzertabend zu hören. Mit der Ouvertüre zur Operette »Waldmeister« erklingt zu Beginn unverkennbar Johann Strauss. Nach einer kurzen Aufwärmphase kommen die jungen Musiker richtig in Fahrt und reagieren mit höchster Aufmerksamkeit auf jede noch so kleine Verzögerung und rhythmische Verschiebungen, die Gregor Rot anzeigt. Das gesamte Orchester beherrscht die abrupten Tempowechsel, die einer Ouvertüre ihren typischen Charakter verleihen.


Die junge Pianistin Ony Yan übernimmt den Solopart im bekannten Klavierkonzert in a-Moll von Edvard Grieg

Als Solistin des Abends spielt die aus Lübbecke stammende Pianistin Ony Yan. Mit Griegs Klavierkonzert in a-Moll steht ein beliebtes und bekanntes Stück auf dem Programm, bei dem sich norwegische Folklore-Klänge mit tiefer Emotionalität mischen. Die Pianistin setzt dies mit großer Expressivität um und harmoniert dabei gut mit dem Orchester.

Als Highlight sticht vor allem der langsame zweite Satz hervor, der einen Ruhepol zu den anderen Sätzen bildet. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Grieg hier die norwegische Landschaft mit Tönen nachgezeichnet. Die zierliche Ony Yan lässt das Instrument in unterschiedlichen Stimmungen erklingen, was ihr viel verdienten Beifall einbringt.

Einen gewaltigen Abschluss bildet die imposante Zweite Sinfonie von Alexander Borodin. Bereits der Anfang fesselt die Zuhörer, und die »Jungen Sinfoniker« zeigen noch mal, was in ihnen steckt: Mit allen Instrumentengruppen schaffen sie einen eindrucksvollen Tutti-Sound. Doch nicht nur das: Vor allem im zweiten Satz meistern sie das anspruchsvolle Zusammenspiel bravourös. Auch die leisen, solistischen Stellen, die die unterschiedlichen Themen durch die verschiedenen Stimmen transportieren, werden mit großer Sicherheit und viel Intensität musiziert. Dirigent Gregor Rot konzentriert sich dabei nicht nur auf das Geben von einzelnen Einsätzen, sondern setzt sowohl in Dynamik als auch in Tempo musikalische Akzente.
Im vierten Satz werden mit großer Schlagzeugbesetzung alle Register gezogen und die vielen Taktwechsel souverän umgesetzt. Ein klangvoller Streicherapparat, ausdrucksstarke Holzbläser und pompöse Blechbläser gestalten ein mitreißendes Finale.

Das Paderborner Publikum ist zurecht begeistert und wird für den kräftigen Applaus mit einer Zugabe belohnt: Mit dem Walzer aus der »Maskerade« setzt das Orchester den Schlusspunkt.

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