Exzellenter Hörgenuss - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Exzellenter Hörgenuss

Westfälisches Volksblatt

Von Andrea Auffenberg

Konzert 3 | 12.02.2017

16-jährige Geigensolistin brilliert im Konzert der ‚Jungen Sinfoniker'

Paderborn (WV). Hohe Maßstäbe setzte das Orchester "Junge Sinfoniker" OWL am Sonntag unter der Leitung von Pawel Poplawski. Beim dritten Konzert der Philharmonischen Gesellschaft in der Paderhalle boten die jungen Musiker im Alter zwischen 14 und 22 Jahren vor ausverkauften Haus einen exzellenten Hörgenuss.

Den Anfang machte das Werk "Les Preludes" von Franz Liszt. Hier beeindruckte das Orchester durch Harmonie und Präzision, wobei der Gesamtklang üppig, dynamisch und frisch daherkam, so dass die Freude an der Musik spürbar war.

Es folgte das schöne, konzentrierte Violinkonzert a-Moll von Alexander Glasunow, ein virtuoses, meisterlich geformtes und prachtvoll orchestriertes Konzertwerk. Hier machte vor allem die junge, 1999 in Tübingen geborene Solistin Lara Boschkor nachhaltig auf sich aufmerksam. Sie ist seit Februar 2012 Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben, welche ihr eine Violine von Carlo Antonio Testore aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds zur Verfügung stellt.

Boschkor ließ ihr Instrument mit weichem, aufblühendem Geigenton und dunklem, vollem Timbre geradezu sprechen. Nach dem "Moderato" erfreute vor allem das "Andante sostenuto" mit differenziertem Vibrato und einer glutvoll-hinreißenden künstlerischen Wiedergabe, die keine Wünsche offen ließ. Auch beim abschließenden "Allegro" zeigte die junge Künstlerin ein sicher von vielen Zuhörern ungläubig aufgenommenes technisches und musikalisches Können, so dass insgesamt eine homogen vom Orchester begleitete Interpretation des glanzvollen Werkes gelang.

Nach der Pause kam die Fünfte Sinfonie ("Reformations-Sinfonie") von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung. Mit diesem Werk setzte der Komponist dem Reformator Martin Luther und dem Protestantismus ein musikalisches Denkmal.

Dirigent Pawel Poplawski zeigte mit seinem jungen und agilen Orchester, wie Mendelssohn seine Sinfonie mit sakralen Elementen aufbaute. Dabei bewiesen die Musiker eine beeindruckende Reife von der langsamen Einleitung bis hin zum starken Finalsatz, dessen Thema den schon von Johann Sebastian Bach verwendeten Luther-Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" zitiert und diese Originalmelodie auf vielfältigste Weise verarbeitet und variiert.

Die "Jungen Sinfoniker" bewiesen unter ihrem engagierten Leiter, dass in ihnen Bewegung steckt: Sie spielten aufeinander zu, ließen den Kompositionen ihren Raum und besaßen einen ganz eigenen Interpretationswillen, der das Publikum in der Paderhalle sehr gut ansprach.

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