Der Konzertmeister blies die Kerze aus - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Der Konzertmeister blies die Kerze aus

Von Nils Gronemeyer

Konzert 4 | 10.03.2019

Paderborn. Sturm „Eberhard“ hatte an diesem Sonntag vieles durcheinandergewirbelt und wohl so manchen Musikliebhaber davon abgehalten, in die eigentlich restlos ausverkaufte Kaiserpfalz zu kommen. So blieben leider viele Stühle leer, auch die der Pressevertreter. Das Konzert war aber zu eindrucksvoll, um es an dieser Stelle nicht zu würdigen.

Mit den „Nachtgedanken“ für Streichorchester von Tilo Medek hatte Thomas Berning ein gänzlich unbekanntes Kleinod ausgewählt, das ich gern ein zweites oder drittes Mal gehört hätte, um es wirklich zu verstehen. Es machte Appetit auf mehr und war so das amuse-gueule für das folgende Oboenkonzert von Wolfang Amadeus Mozart. Viola Wilmsen wurde ihrem Ruf als eine der besten Oboistinnen unserer Tage mehr als gerecht. Mit ihrem warmen Ton vermochte sie das Auditorium technisch wie musikalisch zu beeindrucken. Besonders gelungen fand ich die beiden von ihr selbst geschriebenen Kadenzen im ersten und dritten Satz. Für den nicht enden wollenden Applaus bedankte sie sich mit der Sinfonia aus der Kantate „Ich steh mit einem Fuß im Grabe“ BWV 156 von Johann Sebastian Bach. Nach der Pause versetzte uns das Orchester mit der Streicherserenade von Edward Elgar in elegisch-romantische Stimmung. Der Sturm draußen hatte sich gelegt, das Orchester ließ ihn mit der Sinfonie von Joseph Haydn im dramatisch-stürmischen fis-moll jedoch noch einmal aufleben, bis sich im vierten Satz die Musiker nach und nach verabschiedeten - und der Konzertmeister blies die Kerze aus!

 

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