Konzert 5 - Philharmonische Gesellschaft Paderborn e.V.

Konzert 5

 / Kaiserpfalz

Orchester der Philharmonischen Gesellschaft Paderborn
Vukan Milin
 / Flöte
Thomas Berning / Dirigent

Franz Xaver Richter (1709 - 1789)
Sinfonie Nr. 29 g-Moll

Carl Stamitz (1745 - 1801)
Konzert für Flöte und Orchester G-Dur

Wolfgang Amadeus Mozart  (1756 - 1791)
Sinfonie Nr. 40 g-Moll, KV 550*
* 1. Fassung ohne Klarinetten

"Mozart und die Mannheimer Schule"

Es sind nicht viele Landesfürsten, denen man aus der geschichtlichen Ferne ein uneingeschränktes Lob für ihre Amtsführung aussprechen möchte. Kurfürst Carl Theodor (1724 - 1799), der von 1743 bis 1777 in Mannheim residierte, ist so einer. In seiner vom Geist der Aufklärung geprägten Regentschaft unterhielt er eine der leistungsfähigsten Hofkapellen Deutschlands, die einige Zeitgenossen für eine der besten in ganz Europa hielten.

Als Leopold Mozart im Juli 1763 auf der großen Europareise zusammen mit seinen Kindern die kurpfälzische Residenz besuchte, hatte er Gelegenheit, die Mannheimer Hofkapelle in einer musikalischen Akademie kennen zu lernen. Unter dem unmittelbaren Höreindruck schrieb der mit Lob eher sparsame Kenner der europäischen Musikszene an seinen Freund Lorenz Hagenauer nach Salzburg: „das Orchester ist ohne Widerspruch das beste in Deutschland".

Legendär ist die Spielkunst der Hofkapelle: „Kein Orchester der Welt hat es je in der Ausführung dem Manheimer zuvor getan. Sein Forte ist ein Donner, sein Crescendo ein Catarakt, sein Diminuendo - ein in die Ferne hin plätschernder Krystallfluss, sein Piano ein Frühlingshauch" äußert sich Friedrich Daniel Schubart.

Carl Stamitz, der ebenso wie sein Vater Johann Stamitz, die herausragenden Musiker der Hofkapelle mit Solokonzerten versorgte und Franz Xaver Richter sind bedeutende Vertreter der „Mannheimer Schule", die prägend für den Kompositionsstil ihrer Zeit war.

Bis heute ist ihr Einfluss in allen Orchestern der Welt zu erkennen, war es doch der Mannheimer Orchesterleiter Christian Cannabich, der in seinem Orchester als erster den einheitlichen Bogenstrich von allen Streichern einer Stimmgruppe einforderte.

Vukan Milin, 1972 geboren, studierte in Köln bei Hans-Martin Müller und Andrea Lieberknecht, in München bei Paul Meisen und András Adorján und an der University of Arts in Tokyo ebenfalls bei Paul Meisen und Ch. K. Kim. 1995 wurde er Stipendiat von »Yehudi Menuhin Live Music Now«. Nach drei Jahren als Soloflötist des Kölner Kammerorchesters wechselte Vukan Milin 1998 in dieser Position zum Niedersächsischen Staatsorchester Hannover.
Ferner war er Mitglied des Jeunesses Musicales Weltorchesters und Stipendiat der Orchesterakademie München e.V. Vukan Milin ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

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